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Der erste BTZ Kreis Offenbach erkundet die Schule am Goldberg in Heusenstamm

Stellen Sie sich mal folgendes Szenario vor:

Ein Hochhaus brennt. Die Anwohner können nicht mehr in ihre Wohnungen. Nun ist schnelle Hilfe gefragt. In so einem oder ähnlichen Fall wird der Betreuungszug alarmiert. Der 1. Betreuungszug (BTZ) des Kreises Offenbach setzt sich aus den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes der Ortsvereinigungen Dreieich, Rödermark, Dietzenbach und Heusenstamm zusammen. Der BTZ übernimmt bei größeren Schadenslagen wie z.B. der Evakuierung bei einem Großbrand die Hilfeleistung für Betroffene durch soziale Betreuung, Verpflegung, Versorgung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie vorübergehende Unterbringung. Er unterstützt im Bedarfsfall die Sanitätseinheiten.

Um im Notfall schnell handeln zu können, muss bereits im Vorfeld ein solches Szenario genau geplant und durchdacht sein.

Hierzu machten sich am vergangen Donnerstagabend rund 30 Rotkreuzler des 1. Betreuungszuges des Kreises Offenbach auf den Weg um die Schule am Goldberg in Heusenstamm zu erkunden. Zu einer ungewohnten Zeit erwachte die Schule zum Leben. Die Schule am Goldberg ist die "jüngste" der drei Förderschulen für Praktisch Bildbare des Landkreises Offenbach. Seit September 2004 werden hier geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche aus den Gemeinden Heusenstamm, Dietzenbach, Mühlheim, Obertshausen und Gravenbruch betreut, gefördert und unterrichtet. Untergebracht ist die Schule in dem ehemaligen Gebäude der KFZ-Zulassungsstelle des Kreises Offenbach in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes "See am Goldberg", das zu einem großzügigen, hellen und funktionalen Schulgebäude mit entsprechendem Freigelände umgestaltet und erweitert wurde. Die Klassenräume sind mit der Aufteilung in Lern-, Spiel- und Ruhezonen so gestaltet, dass sie eine differenzierte und individualisierte Förderung eröffnen. Zusätzlich zu den Klassenräumen verfügt die Schule über sachgerecht eingerichtete Fachräume, die den Schüler/-innen ein intensives und vielfältiges Lernen in den unterschiedlichsten Bereichen ermöglichen. Der großzügige Schulhof mit Klettergerüsten, Schaukeln, Sandkasten und Fußballplatz bietet ausreichend Anregungen für eine attraktive Pausengestaltung.

Im Rahmen der Begehung musste geklärt ob die Schule für eine Evakuierung geeignet; Wie hoch die Aufnahmekapazität für eine Nacht und evtl. für mehrere Nächte ist? Es wurden 5 Trupps gebildet, die getrennt den Verwaltungstrakt, die Unterrichtsräume und das Außengelände erkundeten.

Nach gut einer Stunde trafen sich die Gruppen wieder im Lehrerzimmer zum Zusammenfassen der Ergebnisse.

Die Lehrküche der Schule, sowie einige Therapieräume der externen Mitarbeiter würden bei Bedarf zusammen mit dem Material des BTZ eine Versorgung der Betroffenen sowohl mit alltäglichem Material als auch Verpflegung sicherstellen können. Zwei Zugangswege ermöglichen gesonderte Anlieferung von Material und Zugang für die Betroffenen. Eine große Turnhalle könnte als Speisesaal eigerichtet werden, welchen die Betroffenen über einen Kreislauf betreten und verlassen könnten. Diese besonderen Eigenschaften des Baus der Schule am Goldberg sind weitere Gründe für eine gute Nutzbarkeit als Notunterkunft.
In dem Gebäude würden weiter gesonderte Räume für die Helfer und Helferinnen des DRK zur Verfügung stehen.

Durch die spezielle Schülerschaft der Schule sind in dem Gebäude eine gewisse Anzahl von Duschen, Wickelräumen und sogar ein kleines Therapiebecken vorhanden, welche den im Ernstfall in der Schule untergebrachten Betroffenen eine gute körperliche Hygiene ermöglichen würde ohne dafür Räume extra herrichten zu müssen, was die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft der Schule erheblich verkürzen würde.

Eine kurzzeitige Unterbringung von ca. 100 Hilfesuchenden könnte in dieser Schule gewährleistet werden. Die gesammelten Ergebnisse werden nun von Martin Paul  und Andreas Dümpelmann zusammengefasst und an den Kreis Offenbach weitergeleitet. Der Betreuungszug ist schon gespannt wie es nun weitergeht.

Last but not least bedanken wir uns bei der Direktorin, Frau Birgit Krüger und der Firma Hochtief, in Person Herr Peter Stemmler. Durch ihre Bereitschaft konnte der
1. Betreuungszug des Kreises Offenbach eine solche Erkundung durchführen. In der heutigen Zeit ist dies nicht selbstverständlich.

26.03.2011




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